Welche Formen der Start-up-Finanzierung kommen für junge Unternehmen in Frage? (Teil 3)
Samstag, 23. Oktober 2010 16:35
Im ersten Beitrag zu den möglichen Formen der Start-up-Finanzierung wurden die Einzelheiten der Gründerfonds vorgestellt. Im zweiten Beitrag wurden Business Angels im Detail beschrieben. Der heutige Teil erklärt, was es mit Seed- und Early Stage Venture Capital-Investoren auf sich hat.
Die passende Finanzierung gemäß Gründungsfortschritt
Beteiligungsgesellschaften stellen Seed- und Early Stage Venture Capital zu verschiedenen Phasen eines Start-ups zur Verfügung. Venture Capital wird in der Seed-Phase bereits vor der Produktfertigstellung benötigt und dient damit meist als Investition zur Technologie- und Produktentwicklung. Bei Kapital in der Early Stage-Phase sind bereits erste Produkte und auch Kunden vorhanden, hier gilt es, gezielt in den Organisationsaufbau des Start-ups und in die Kundengewinnung zu investieren.
Die deutsche Venture Capital-Landschaft im Überblick
Seit 2003 sind die Möglichkeiten für Gründerteams sehr gering, in Deutschland einen passenden Seed Venture Capital-Investor zu finden. Beteiligungsgesellschaften haben sich aus der Finanzierung dieser Unternehmensphase als Hauptinvestmentfokus zurückgezogen. Daher wurde von der Bundesregierung der High-Tech Gründerfonds ins Leben gerufen, welchen ich im ersten Teil der Kolumnenreihe näher beschrieben habe. Die führenden Early Stage Venture Capital-Investoren sind unter anderem: EarlyBird, Target Partners und als paneuropäischer Investor Wellington Partners. Des Weiteren gibt es kleinere Venture Capital-Gesellschaften wie Neuhaus Partners oder Baytech, die von Jungunternehmern berücksichtigt werden sollten.
Der typische Ablauf einer Sart-up-Finanzierung
Die ersten finanziellen Mittel stellt der Gründer selbst zur Verfügung. Meist deckt das erste Kapital die Ausgaben des Jungunternehmens nur für kurze Zeit. Hier ist es wichtig, einen geeigneten Business Angel zu finden, der das Start-up mit Know-How und mit einem ersten Investment unterstützt. Welche Kriterien es bei der Auswahl eines Business Angels zu beachten gibt, wurde in der vorangegangenen Ausgabe meiner Kolumne im Detail beschrieben. Benötigt das Start-up weiteres Kapital, sind Early Stage Venture Capital-Investoren die erste Wahl. Die Beteiligungssumme bei der ersten VC-Runde liegt in der Regel bei ein bis drei Millionen Euro, die auch von zwei Investoren bereitgestellt werden kann.
Tipps für Jungunternehmer bei der Suche nach Venture Capital
Ein Business Plan sollte initial an nur wenige Venture Capital-Investoren verschickt werden, um aus dem ersten Feedback für weitere VC-Ansprachen zu lernen. Eine gute Vorauswahl der möglichen VC-Partner ist daher sehr wichtig. Hier kann das Gründerteam auf die Erfahrungen des Business Angels zurückgreifen. Dieser ist nicht nur bei der Investorensuche heranzuziehen, sondern auch bei der Gestaltung des Business Plans. Dieses Dokument muss in sich schlüssig sein und die wichtigsten Merkmale des Start-ups kurz und prägnant auf den Punkt bringen. Das Markpotenzial ist bei der Entscheidung über mögliche Beteiligungen ebenso entscheidend wie der dargestellte Kundennutzen oder das zukünftige Alleinstellungsmerkmal des Jungunternehmens. Ein bereits in der Gründungsphase vollständig besetztes Management mit klaren Zielen hilft bei der Akquisition von frischem Kapital.
Thema: Entrepeneurs, Investments, Startups, Technology | Kommentare (0) | Autor: Olaf