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War die Krise vielleicht sogar die beste Zeit zum Gründen?

Montag, 7. Februar 2011 8:53

Viele Gründerteams reagierten in Zeiten der Finanzkrise (September 2008 bis Anfang 2010) zurückhaltend und verschoben den Markteintritt ihres Startups. Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung und längere Sales-Cycles schreckten Jungunternehmer ab. Doch brachte die Finanzkrise wirklich nur Nachteile mit sich oder konnten Startups sogar Vorteile für ihr neues Unternehmen nutzen?

Mit etwas Abstand betrachtet gab es während der Finanzkrise auch Vorteile und Chancen Start-ups.

Freie Ressourcen

Speziell während der Krise und dem heftigen wirtschaftlichen Abschwung waren Mitarbeiter verfügbar und meist auch günstiger als noch vor den Krisenjahren. Das Team ist oft loyaler gegenüber dem Arbeitgeber, wenn es darum geht, zusammen und gestärkt aus einer Krise hervorzugehen. Auch Büroräume und die dazugehörige Ausstattung gab es günstiger. Selten war eine Expansion derart kostenschonend wie zwischen Ende 2008 und Anfang 2010.

Weniger Mitbewerber auf dem Kapitalmarkt

Speziell die langwierige Kapitalbeschaffung hat viele Gründer zweifeln lassen. Doch auch hier gab es Chancen: Da weniger Startups um die Kapitalgeber konkurrierten, konnten auch in Krisenzeiten interessante Geschäftsideen finanziert werden. Daher sollten sich Jungunternehmer auf der einen Seite auf längere Wartezeiten einstellen. Auf der anderen Seite konnte man mit einer zukunftsfähigen Geschäftsidee und einem sauber ausgearbeiteten Business Plan auch in Zeiten der Krise einen Venture Capital-Investor überzeugen. Jetzt nachdem das Gröbste überstanden ist, erhöhen sich die Anzahl der eingehenden Businesspläne von Monat zu Monat. Die Nachfrage nach Kapital steigt rapide.

An die Zeit nach der Krise denken

Nach jeder Krise folgt eine Zeit des Aufschwungs. Diesen Umstand sollten Startups im Hinterkopf behalten und das Unternehmen dementsprechend ausrichten. Gründer, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gestartet sind, haben klare Vorteile: Große Unternehmen suchen im Aufschwung (also jetzt) nach neuen Ideen, spannenden Konzepten und attraktiven Perspektiven. Wer heute ein funktionierendes Geschäftsmodell mit innovativen Produkten oder Dienstleistungen vorweisen kann, ist im Vorteil und kann sein Unternehmen vielleicht zu guten Preisen an einen der Großen verkaufen oder ist in einer solch guten Position, dass er sein Unternehmen weiter wachsen lassen kann, da mögliche Wettbewerber weit hinter ihm sind. Hier können allerdings nur die Jungunternehmen punkten, die ihre erste Seed-Phase schon hinter sich haben und die ihre Produkte erfolgreich auf dem Markt positioniert haben.

Kurz: Auch eine Krise kann Vorteile und Chancen für Start-ups bieten. Es gilt, diese sinnvoll zu nutzen.

Thema: Entrepeneurs, Investments, Startups, Venture Capital | Kommentare (0) | Autor: Olaf